BRB-FilmExpress

Auf Spurensuche nach Bob Marley am Tegernsee

© Dietmar Denger

Kein Filmgeheimnis mehr

Bob Marley und seine Zeit am Tegernsee

Mit dem Reggae-König auf Wandertour

Bob Marley – die Ikone der Reggae-Musik wäre am 6.2.2025 stolze 80 Jahre alt geworden. Doch leider verstarb er schon am 11.5.1981 im Alter von gerade einmal 36 Jahren. Was viele nicht wissen: Die letzten Monate seines Lebens verbrachte der aus Jamaika stammende Künstler in Bayern. Um genauer zu sein: in Rottach-Egern am Tegernsee, wo sich der unheilbar an Krebs erkrankte Musiker vom dort niedergelassenen Arzt Dr. Josef Issels behandeln ließ. Mit den hier vorgestellten Spaziergängen und Touren kannst Du die Region erkunden, in der der König des Reggae zu Gast war. Doch erst einmal geht es um Marley selbst – dessen Nachname auch der Titel der Filmbiografie von 2012 ist. 2024 wurde sein Leben übrigens ein weiteres Mal verfilmt in „Bob Marley: One Love“. 

Bob Marley vor jamaikanischer Flagge
© Shutterstock, KI-generiertes Bild

Von der Weltbühne in ein Tegernseer Bauernhaus

Da Bob Marley, der Weltstar des Reggae, an Hautkrebs im Endstadium litt, begab er sich zu Dr. Josef Issels in Behandlung. Der umstrittene Arzt setzte in seiner Krebsklinik in Rottach-Eggern auf alternative Behandlungsmethoden, die Schulmediziner für äußerst fragwürdig hielten. Die empfohlene Amputation des von einem Melanom betroffenen Zehs lehnte der Künstler aus religiösen Gründen grundsätzlich ab. Denn in seiner Rastafari-Religion gilt der Körper als Haus Gottes und darf deshalb nicht beschädigt werden. Als der Reggae-Musiker im November 1980 nach Bayern kam, hatte er die für ihn so typischen Dreadlocks infolge der Chemotherapie bereits verloren. 

Mit charakteristischer Mütze und in dicke Jacken gehüllt, half er sogar manchmal beim Schneeschippen und ging spazieren. Und das, obwohl der ungewöhnlich kalte Winter dem sonnenverwöhnten Musiker zusetzte. Sein langjähriger Begleiter Neville Garrick beschreibt Rottach-Egern als „den kältesten Ort, an dem ich jemals war“. Als Bob Marley spürte, wie sehr seine Kräfte schwanden, wollte er im Mai zurück nach Jamaika reisen. Seine Heimat erreichte er jedoch nicht mehr – er starb am 11.5.1981 in einem Krankenhaus in Miami.

Das von Neville Garrick entworfene Cover für Marleys letztes Album ist wohl inspiriert vom Tegernsee. Es zeigt einen Rastaman mit ausgebreiteten Armen vor einer hohen Bergkulisse.
Haus in Winterlandschaft vor Bergen
© Shutterstock

„Marley“ – visuelle Hommage an den Rastaman

Neville Garrick hat Bob Marley nicht nur in die winterliche Naturkulisse rund um Rottach-Egern begleitet. Er ist auch einer von zahlreichen Wegbegleitern, die in der großartigen Dokumentation „Marley“ von Oscar-Preisträger Kevin Macdonald zu Wort kommen. Für das im Jahr 2012 produzierte Porträt des Reggae-Weltstars recherchierte der Regisseur auf der ganzen Welt – auch am Tegernsee. Davon zeugen die malerischen Landschaftsaufnahmen, die dem intimen Einblick in das Leben des Superstars und seinen Traum von einer Welt, in der alle Menschen friedlich zusammenleben, einen beeindruckenden Rahmen geben.

Startbahnhof: Tegernsee plus 10 Minuten mit dem Bus 357 oder 359 bis Rottach-Eggern

Relaxt wandern am Tegernsee à la Bob Marley

Der Reggae-König konnte die Landschaft in Rottach-Egern nur eingeschränkt genießen. Zu krank und zu erschöpft war er. Doch der Blick auf den Riederstein hat ihn täglich begleitet. Aber wenn Du möchtest, kannst Du das Bergpanorama rund um den Tegernsee jetzt selbst entdecken. Wir haben Dir 3 Touren herausgesucht.